„Wir machen das jetzt agil." Der Satz, der ein Problem überdeckt, statt es zu lösen

Agil gilt vielerorts als Antwort auf nahezu jede Schwierigkeit in der Projektarbeit: zu langsam, zu starr, zu weit weg vom Kunden? Agil soll es richten. 
 
Doch agil ist eine Arbeitsweise – keine Strategie. Und an dieser Verwechslung scheitern mehr Vorhaben als an der Methode selbst. 
 
Drei Beobachtungen aus der Praxis: 
– Agil ersetzt keine Richtung. Wer kein klares Ziel hat, iteriert mit agilen Methoden lediglich schneller am eigentlichen Problem vorbei. Geschwindigkeit ohne Richtung ist kein Fortschritt, sondern teure Bewegung. 
– Agil ohne Entscheidungsbefugnis ist Theater. Sprints, Boards und Dailies entfalten keine Wirkung, wenn jede relevante Freigabe drei Hierarchieebenen höher liegt. Dann bleibt von Agilität nur das Vokabular. 
– Nicht jedes Vorhaben ist agil-geeignet. Bei stabilen, klar umrissenen Anforderungen ist ein planbares, sequenzielles Vorgehen oft die ehrlichere und wirtschaftlichere Wahl. Agilität ist kein Gütesiegel, sondern eine Kontextentscheidung. 
 
Der eigentliche Hebel liegt nicht in der Methode, sondern in der Frage, welche Methode zu welchem Problem passt. Diese Entscheidung lässt sich nicht delegieren – an kein Framework und an kein Tool. 
 
Gute Beratung beginnt deshalb nicht mit der Antwort „agil“, sondern mit der Analyse, ob sie überhaupt die richtige Frage beantwortet.

Ob klassisch, hybrid-agil oder agil – Gemeinsam finden wir Ihren passenden Ansatz.

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